Follistatin

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Follistatin - Glykoprotein
Follistatin ist ein endogenes Glykoprotein, das als natürlicher Inhibitor von Myostatin (GDF-8) und Activin wirkt. Es bindet diese Wachstumsfaktoren aus der TGF-β-Familie und neutralisiert sie, wodurch die physiologische Begrenzung des Muskelwachstums aufgehoben wird.
Wirkprofil im Überblick.
Follistatin ist ein endogener Myostatin-Inhibitor, der natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommt. Es bindet Myostatin (GDF-8) – den stärksten negativen Regulator des Muskelwachstums – sowie Activin und verhindert deren Bindung an die Rezeptoren ActRIIA und ActRIIB. Dadurch wird die physiologische Bremse des Muskelwachstums aufgehoben. Die Literatur beschreibt Follistatin als einen der potentesten körpereigenen Regulatoren der Skelettmuskelmasse – Mutationen oder Überexpression führen zu dramatischer Muskelhypertrophie.
Wirkstoff & Einordnung
Wirkstoff, Klasse und Besonderheit im Überblick – alle relevanten Daten sachlich zusammengefasst.
Wirkstoff
Follistatin, ein endogenes Glykoprotein, das natürlicherweise im menschlichen Körper als Inhibitor von Myostatin und Activin vorkommt. Häufig als Follistatin-344 (344 Aminosäuren) oder Follistatin-315 isoliert.
Wirkstoffklasse
TGF-β-Bindungsprotein. Follistatin bindet und neutralisiert Liganden der TGF-β-Superfamilie – insbesondere Myostatin (GDF-8) und Activin – und verhindert deren Rezeptoraktivierung.
Besonderheit
Körpereigener Regulator: Follistatin ist der physiologische Gegenspieler von Myostatin – seine Überexpression führt in Tiermodellen zu massiver Muskelhypertrophie.
Wirkprofil im Detail
Die in der Literatur beschriebenen Wirkmechanismen und Eigenschaften von Follistatin auf einen Blick.
Myostatin-Bindung
Follistatin bindet Myostatin (GDF-8) mit hoher Affinität und verhindert dessen Bindung an die ActRIIB-Rezeptoren der Muskelzellen.
Aufhebung der Muskelbremse
Myostatin ist der stärkste negative Regulator des Muskelwachstums. Durch dessen Neutralisation wird die physiologische Wachstumsgrenze aufgehoben.
Activin-Hemmung
Neben Myostatin bindet Follistatin auch Activin – ein weiterer TGF-β-Ligand mit Einfluss auf Reproduktion, Entzündung und Gewebeumbau.
Muskelhypertrophie
Die Literatur beschreibt sowohl Hyperplasie (Vermehrung der Muskelfasern) als auch Hypertrophie (Vergrösserung bestehender Fasern) unter Follistatin.
Satellitenzell-Aktivierung
Durch Wegfall der Myostatin-Bremse werden muskuläre Satellitenzellen verstärkt aktiviert – diese sind für Muskelreparatur und -wachstum entscheidend.
Keine Androgenrezeptor-Wirkung
Follistatin wirkt nicht am Androgenrezeptor und unterdrückt die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse nicht – es ist kein Hormon im klassischen Sinne.
Einordnung der Literatur
Zwei Aspekte, die in der einschlägigen Literatur besonders hervorgehoben werden und das Wirkprofil einordnen.
Vergleich mit Myostatin-Antikörpern
Myostatin-Antikörper (z. B. Stamulumab, Trevogrumab) binden ausschliesslich Myostatin und hemmen gezielt diesen einen Liganden. Follistatin bindet dagegen breiter – es neutralisiert neben Myostatin auch Activin und weitere TGF-β-Liganden. Die Literatur beschreibt dies als weniger selektiv, dafür umfassender in der Wirkung auf mehrere Signalwege.
breit vs. selektivAbgrenzung zu ACE-031
ACE-031 ist ein löslicher ActRIIB-Rezeptor, der ebenfalls Myostatin und Activin bindet, jedoch auf Rezeptorebene statt auf Ligandenebene. Follistatin ist ein körpereigener Ligand-Binder, ACE-031 ein rekombinanter Rezeptor – beide zielen auf denselben Signalweg ab, wirken aber auf unterschiedlichen Ebenen. Die klinische Entwicklung von ACE-031 wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen, was in der Literatur regelmässig als Warnhinweis für Myostatin-Inhibitoren zitiert wird.
Ligand-Binder vs. Rezeptor-Decoy











