MT-2




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Melanotan II - MT-2
Melanotan II (MT-2) ist ein synthetisches, zyklisches Heptapeptid-Analogon des körpereigenen α-Melanozyten-stimulierenden Hormons (α-MSH). Es aktiviert Melanocortin-Rezeptoren und stimuliert die Melaninproduktion in der Haut sowie zentrale Signalwege für Appetit und Libido.
Wirkprofil im Überblick.
Melanotan II ist ein zyklisches Heptapeptid, das an den Melanocortin-1-Rezeptor (MC1R) in Melanozyten bindet und dort die Melanogenese (Eumelanin-Synthese) auslöst – mit deutlich stärkerer und länger anhaltender Wirkung als natives α-MSH. Zusätzlich aktiviert MT-2 die Rezeptoren MC3R und MC4R im Hypothalamus, was in der Literatur mit Appetitzügelung und einer Steigerung der Libido bzw. Erektionsfähigkeit assoziiert wird.
Wirkstoff & Einordnung
Wirkstoff, Klasse und Besonderheit im Überblick – alle relevanten Daten sachlich zusammengefasst.
Wirkstoff
Melanotan II, ein synthetisches zyklisches Heptapeptid (7 Aminosäuren) mit Disulfidbrücke zur Stabilisierung der Ringstruktur.
Wirkstoffklasse
Melanocortin-Rezeptor-Agonist. Aktiviert MC1R (Haut), MC3R und MC4R (ZNS) und ahmt so die Wirkung des körpereigenen α-MSH nach.
Besonderheit
Zyklische Struktur: Die Disulfidbrücke macht MT-2 deutlich stabiler und potenter als lineare α-MSH-Analoga – mit einer Halbwertszeit von mehreren Stunden.
Wirkprofil im Detail
Die in der Literatur beschriebenen Wirkmechanismen und Eigenschaften von Melanotan II auf einen Blick.
MC1R-Aktivierung
MT-2 bindet an den Melanocortin-1-Rezeptor (MC1R) auf Melanozyten in der Epidermis und löst die Melanogenese aus.
Eumelanin-Produktion
Stimuliert bevorzugt die Synthese von dunklem Eumelanin (statt rötlichem Phäomelanin) – für eine intensive Bräunung der Haut.
MC3R/MC4R-Aktivierung
Im Hypothalamus aktiviert MT-2 die Rezeptoren MC3R und MC4R, die zentrale Rollen in der Regulation von Sättigung und Energiehaushalt spielen.
Appetitzügelung
Durch die MC4R-Aktivierung im Hypothalamus wird in der Literatur eine deutliche Reduktion des Appetits beschrieben – ein charakteristischer Effekt von MT-2.
Libido & Erektion
Die MC4R-Aktivierung beeinflusst auch sexuelle Signalwege im ZNS – in der Literatur wird MT-2 regelmässig mit einer Steigerung der Libido und Erektionshäufigkeit assoziiert.
UV-unabhängige Melanogenese
MT-2 stimuliert die Melaninproduktion primär auf Rezeptorebene – benötigt jedoch in der Regel eine minimale UV-Exposition als Katalysator für die volle Ausprägung.
Einordnung der Literatur
Zwei Aspekte, die in der einschlägigen Literatur besonders hervorgehoben werden und das Wirkprofil einordnen.
Vergleich mit Melanotan I (Afamelanotid)
Melanotan I (Afamelanotid) ist ein lineares α-MSH-Analogon mit kürzerer Halbwertszeit und schwächerer Wirkung, das als verschreibungspflichtiges Medikament (Scenesse) für Erythropoetische Protoporphyrie zugelassen ist. MT-2 ist zyklisch, potenter und zeigt ein breiteres Nebenwirkungsprofil (Appetitzügelung, Libido) durch stärkere MC3R/MC4R-Aktivierung. Die Literatur beschreibt MT-2 daher als die "stärkere, unselektivere" Variante.
zyklisch & potent vs. linear & selektivForschungshistorie
Melanotan I und II wurden in den 1990er-Jahren an der University of Arizona als potenzielle Hautkrebs-Prävention entwickelt – durch Bräunung ohne starke UV-Exposition sollte die DNA geschützt werden. Die klinische Entwicklung von MT-2 wurde wegen der Nebenwirkungen (Appetit, Libido, Übelkeit) eingestellt, während MT-1 (Afamelanotid) weiterentwickelt und 2014 in der EU zugelassen wurde.
University of Arizona · 1990er| Produkt | |
| Menge | 10mg per Vial |











